mxon 2016

Enttäuschung bei den MXON 2016 bei den Deutschen

Maggiora/Italien. Der Rennsonntag beim prestigeträchtigen „Motocross der Nationen“ im italienischen Maggiora hätte spannender kaum beginnen können. Das Team Germany sorgte im B-Finale für allerlei Furore und machte bis kurz vor Ende von sich reden. Der 23 Jahre alte Dennis Ullrich, der für die Klasse MX Open eingeteilt war, kam als Schnellster los und gewann direkt nach dem Start den Holeshot. Danach baute er seine Führung souverän aus und kontrollierte bis zum Schluss mit zum Teil elf Sekunden Vorsprung das Rennen. Und auch Nachwuchs-Pilot Henry Jacobi (19), der als MX2-Fahrer in Italien antrat, konnte sich schnell im Mittelfeld der 13 Teams positionieren. Nachdem es anfänglich so aussah, als würden die Portugiesen mit Rang zwei und drei den Sieg holen, fiel deren MXGP-Pilot Rui Goncalves (31) aus, sodass die deutsche MX-Nationalmannschaft plötzlich in Führung lag. Schließlich ging es nur noch um wenige Sekunden, ehe das Team Germany den Startplatz für das A-Finale in der Tasche gehabt hätte. Dann aber stürzte Jacobi ausgerechnet in der Kurve, in der sich Mannschaftskapitän Max Nagl (29) bereits am Vortag verletzt hatte. Somit zog der Ire Stuart Edmonds (28, MX Open) an ihm vorbei und schnappte den Deutschen den bis dato fast schon sicheren Startplatz für die drei Hauptläufe weg.

Deutschland scheitert

Sichtlich enttäuscht kommentierte Jacobi: „Ich wusste, dass es beim B-Finale nur ein Ja oder ein Nein gibt, daher habe ich 120 Prozent und permanent Gas gegeben. Leider ist diese Strategie, volles Risiko zu fahren, schiefgegangen. Aber wenigsten muss ich mir jetzt nicht vorwerfen, dass ich nicht genügend Einsatz oder Kampfgeist gezeigt hätte.“ Ähnlich sieht es Ullrich. „Wir haben hier heute bewiesen, dass wir die Favoriten im B-Finale waren, aber an diesem Wochenende war leider so einiges ziemlich verkorkst, sodass unser Pech im B-Finale das Ganze nur komplettierte. Nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Max Nagl haben wir nicht aufgegeben und trotzdem versucht, als Team eine gute Leistung abzuliefern. Ich denke, das ist das Wichtigste“, so der KTM-Pilot, der am vergangenen Wochenende zum dritten Mal ADAC MX Masters-Champion wurde.

MXON Team Germany 2016 Maggiora, im Bild Dennis Ullrich auf seiner Maschine

MXON Team Germany 2016 Maggiora, im Bild Dennis Ullrich auf seiner Maschine

Nagl out!

Nagl war am Samstag beim Qualifying nach einem Sturz in der ersten Runde mit einer Rückenverletzung im Krankenhaus behandelt worden. Der Mannschaftskapitän des Team Germany reiste noch am Abend ab, um sich am Sonntag in Würzburg noch einmal untersuchen zu lassen. Besonders schade: Nach den MXoN-Regeln gab es nach der Qualifikation keine Möglichkeit mehr, noch einen Reservefahrer zu bestimmen, sodass das deutsche Team mit nur zwei Piloten selbst bei einer Teilnahme in den Hauptrennen keine Chance mehr auf einen Platz unter den Top Zehn gehabt hätte.

Frankreich erneut an der Spitze

Ab 13 Uhr starteten die drei Hauptrennen, für die sich insgesamt 20 von 38 teilnehmenden Nationen qualifiziert hatten. Im ersten Lauf der Klassen MXGP und MX2 sicherten sich die Belgier mit einem dritten Platz von Kevin Strijbos (31, MXGP) und einem fünften Rang von Jeremy van Horebeek (26, MX2) die vorläufige Führung, im zweiten Rennen erzielten die MX Open- und MX2-Piloten Jason Anderson (23) und Alex Martin (26) aus den USA mit den Plätzen 1 und 9 das beste Mannschaftsergebnis. Den MXoN-Sieg heimste am Ende jedoch erneut das Team aus Frankreich um die Fahrer Romain Febvre (24, MXGP), Benoit Paturel (21, MX2) und Gautier Paulin (26, MX Open) ein, nachdem Febvre und Paulin im letzten Lauf mit Platz 11 und 4 das beste Gesamtergebnis für die französische Nationalmannschaft holten. Damit glänzte Frankreich zum dritten Mal infolge als bestes Team beim „Motocross der Nationen“. 2014 und 2015 hatten die Franzosen ebenfalls ganz oben auf dem Podium gestanden. Über Platz zwei freute sich das Team aus den Niederlanden, Rang drei ging an die USA.

Ergebnisse

1. Frankreich (Febvre/Paturel/Paulin), 29 Punkte
2. Niederlande (Coldenhoff/Bogers/Herlings), 30 Punkte
3. USA (Webb/Martin/Anderson), 33 Punkte
4. Belgien (Strijbos/Van Horebeek/Van Doninck), 36 Punkte
5. Italien (Cairoli/Bernadini/Cervellin), 44 Punkte
6. Schweiz (Guillod/Seewer/Tonus), 44 Punkte
7. Großbritannien (Searle/Anstie/Simpson), 73 Punkte
8. Australien (Waters/Evans/Ferris), 76 Punkte
9. Estland (Ratsep/Leok/Kullas), 93 Punkte
10. Kanada (Benoit/Maffenbeirer/Medaglia), 95 Punkte

Fotos: ADAC Motorsport